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Konau 11 – eine Perle an der Elbe

Es ist eine Perle im Landkreis Lüneburg: Das kleine Dorf Konau an der Elbe
nahe dem Fähranleger in Darchau. Nach der Wende zügig als weltweit einzig vollständig erhaltenes Marschhufendorf entdeckt, erwacht das Fleckchen Paradies seit Jahren immer mehr zu neuem Leben.

 

Den Hof Nummer 11 hat die Sparkassenstiftung Lüneburg jetzt in einen Ort für Natur, Kultur und Gastlichkeit verwandelt. »Konau 11« heißt der neue Schatz an der Elbe. Der Verein »Konau 11 Natur« kümmert sich von hier aus um den Erhalt von 22 km langen Obstbaumalleen der Gemeinde Amt Neuhaus mit 1.800 Bäumen. 700 der 1.100 Jungbäume haben die Mitglieder des Vereins bereits beschnitten. Außerdem beschildern sie seit Juli Strecken und Streuobstwiesen, sodass Besucher auch wissen, welche Perlen da vor ihnen stehen. Seit vorletzten Oktober hat zudem ein Café seine neuen Räumlichkeiten in Konau 11 eröffnet und verwöhnt die Besucher mit regionalen Köstlichkeiten. Es zählt zu den aktuellen Kernprojekten der Stiftung: Anderthalb Jahre lang hat die Sparkassenstiftung das Ensemble aus Haus, Hof und Garten restaurieren lassen, es gibt eine eigene Obstküche und einen Mustergarten.

 

Im Café kann man nicht nur vor Ort hergestellte Produkte aus Äpfeln kaufen wie Marmelade, Mus, Dörrobst, Saft oder Brand. Es gibt auch zahlreiche Produkte aus der Arche-Region bedrohter Nutztiere zu essen und erwerben. »Das neue Café ist nicht nur eine Anlaufstelle für die etwa 80.000 Radtouristen des Elbe-Radwegs, sondern auch eine Oase für Ausflügler aus der Region«, sagt Carsten Junge, Geschäftsführer der Stiftung. »Unseren gemeinnützigen Auftrag sehen wir in diesem Projekt gleich an unterschiedlichen Stellen erfüllt: Unser Partner sorgt für den Erhalt der historischen Obstbäume, und unsere Gäste können auf dem Hof und im ganzen Ort die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung und des Sperrgebiets erfahren.« Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Hofbesuchern stellt die Stiftung für eine Stunde kostenlose Leihfahrräder zur Verfügung, damit sie zu den erhaltenen Zaunanlagen, dem ehemaligen Wachturm und den verschiedenen Ausstellungen im Dorf radeln können. »In Konau können wir Informationen über Geschichte und Natur mit Freude und positivem Erleben verbinden und das über einen langen Zeitraum«, sagt Junge. »Wer einmal da war, wird begeistert wiederkommen.«

Konau zählte im Jahr 2000 zu den Projekten der Weltausstellung EXPO Hannover, rund 20.000 Menschen besuchten damals das Marschhufendorf und die Ausstellung über das Leben im Sperrgebiet.

Leben im Sperrgebiet

EXPO2000-Ausstellung „Grenzgänge“

Zaunanlage mit ehemaligem Wachturm

Mai 2018

Ein ganzer Tag rund um die Biene

 

Imker schleudern öffentlich Honig im neuen Schauraum in Konau – großes Fest am Pfingstsonntag an der Elbe

Es soll mehr summen in Stadt und Landkreis Lüneburg, das ist das Ziel des Projekts „Die Region Lüneburg summt“. Die Aktion macht jetzt den Sprung über die Elbe und setzt sich in Konau fort: Dort ist nicht nur ein nagelneuer Schauraum für die Verarbeitung von Honig ent­standen, sondern auf dem Hof mit der Hausnummer 11 findet am Pfingstsonntag auch das erste Bienenfest statt.

 

„Es war schon immer unser Bestreben, einen solchen Raum zu bekommen“, sagte André Stöckmann, Vorsitzender des Imkervereins Neuhaus/Elbe und Umgebung e. V. bei der Einweihung des Raumes vor Ort. „Wir danken allen, die das möglich gemacht haben, wir selbst hätten das niemals realisieren können.“ Gleichzeitig versprach er augenzwinkernd, viele Aktionen in dem gläsernen Schleuderraum anzubieten: „Sie werden noch viel von uns hören.“

 

Möglich gemacht haben den gläsernen Schleuderraum in der alten Remise des Hofes Konau  11 die Sparkasse Lüneburg und die Sparkassenstiftung Lüneburg. Stiftungs-Geschäfts­führer Carsten Junge dankte der Sparkasse für ihr großes Engagement: „Wir als Stiftung sind abhängig von den Zuwendungen der Sparkasse. Danke für den Erfolg der Mit­arbeiter, die mit ihrer guten Arbeit und den erzielten Gewinnen Projekte wie dieses erst ermöglichen. Sparkassen-Vorstand Thomas Piehl lobte Konau 11 als „echtes Vorzeigeprojekt“ beim Besuch an der Elbe. „Wir bieten den Menschen hier eine Inspiration, Zeit in der Region zu verbringen.“

 

 

Landrat Manfred Nahrstedt zählt zu den Ideengebern des Schleuderraums und wies darauf hin, dass der Landkreis dieses Jahr 50.000 Euro in den Haushalt eingestellt hat, um Ausflugs­fahrten von Kitas und Schulen zu unterstützen. „Kinder lernen durch Begreifen. Hier lernen sie viel über Naturschutz und wie wichtig Insekten für unser Ökosystem sind. Ich hoffe auf großen Zuspruch, und ich hoffe, dass viele Gruppen sich hier zeigen lassen werden, wie Honig ent­steht.“ Ansprechpartner für Anträge auf Bezuschussung ist die Abteilung Schule und Kultur des Landkreises.

 

Ziel von Imkerverein und Sparkassenstiftung ist es, im neuen Schauraum regelmäßig öffent­lich Honig zu schleudern, damit möglichst viele Menschen erleben können, wie das kostbare Lebensmittel entsteht. Für den auf dem Hof ansässigen Verein Konau 11 Natur ist die neue Kooperation mit dem Imkerverein eine ideale Nachbarschaft. „Bei uns geht es ja um Obst­bäume, und die Verknüpfung zu Honigbienen und Wildbienen liegt da sehr nahe“, sagt Julia Gerdsen. „Ohne Bienen gibt es schließlich kein Obst.“

 

Beim ersten Bienenfest bietet der Verein das Bauen von Wildbienen-Nisthilfen an, außerdem verteilt der Verein Sämereien, aus denen Nahrung für Wildbienen wächst. Der Imkerverein wird am Sonntag den ersten Honig schleudern, den Weg des Honigs von der Wabe bis ins Glas zeigen und mit Kindern Kerzen aus Bienenwachs herstellen.

 

Das Bienenfest läuft am Pfingstsonntag von 11 bis 15 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die Adresse: Hof Konau 11 | Elbstraße 11 | 19273 Amt Neuhaus | Ortsteil Konau

Freuen sich aufs erste Bienenfest in Konau, im Hintergrund der nagelneue Imker-Raum in der Remise auf Hof Konau 11: v.l. Sparkassen-Vorstand Thomas Piehl, Julia Gerdsen von Konau 11 Natur e.V., André Stöckmann vom Imkerverein Neuhaus und Landrat Manfred Nahrstedt.

17.6.2016

Kunstworkshop im Sperrgebiet

„Wir zeichnen uns aus durch Spontanität, Kreativität, Individualität, Mut, Offenheit, Experimentierfreude und einen Haufen Talent!“

Die 42 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum und der Wilhelm-Raabe-Schule haben in ihren Bewerbungen nicht zu viel versprochen. Die beiden Kunstleistungskurse der Jahrgangsstufe 11 haben die Ausschreibung der Sparkassenstiftung Lüneburg gewonnen und konnten im Juni den Hof Konau 11 – Natur. Kultur. Gastlichkeit, direkt an der Elbe, einen Tag lang als Freiluftatelier nutzen. Konau ist das weltweit letzte vollständig erhaltene Marschhufendorf und war Teil der Weltausstellung Expo 2000.

 

Der Tag startete mit einer Führung von Sabine Wittkopf, die den Schülern anschaulich die bedrückende Grenzgeschichte im ehemaligen Sperrgebiet vor Augen führte. Ein Stück des ehemaligen Grenzzauns sowie Fotodokumente belegten dabei anschaulich die totale Überwachung. „Was bedeutet Freizügigkeit für euch?“, die Antwort braucht einen Moment, so selbstverständlich ist es sich frei bewegen zu können, ohne Besuchsschein und tägliche Kontrollen.

 

Mithilfe von „Sehhilfen“ wie Ferngläsern, Lupen und Bilderrahmen, konnten die Schülerinnen und Schüler dann unter Anleitung von Jutta Brüning und Murte Liebenberg vom Kunstraum Tosterglope die Umgebung noch genauer erkunden. Ein Grashalm mit dem Fernglas betrachtet oder die Weite der Landschaft im Bilderrahmen fokussiert, bietet ganz neue Ansatzpunkte für das eigene kreative Schaffen.

 

Die Kurse haben sich für ihren Kurzurlaub vom Schulalltag Materialien ausgesucht, die in Unterrichtsräumen schwer zur Anwendung kommen können. Große Blöcke Ytong und Specksteine wurden transportiert, Katherine Dombrowski, Kunstlehrerin am Johanneum, hat ihren Kurs mit einem Arbeitsblatt über den Künstler Henry Moore auf die Arbeit als Bildhauer vorbereitet und das Thema „Beziehungen und Gegensätze“ gewählt. Der Kurs der Wilhelm-Raabe-Schule wollte raus aus dem „Klein-Klein“ und hat sich für die Technik des Graffiti entschieden. Dafür wurde kurzerhand eine Kuhweide zum Atelier umfunktioniert, um großflächig auf zwischen Bäume gespannte Leinwände sprayen zu können.

 

Die Workshop-Reihe entstand aus eine Idee von Landrat Manfred Nahrstedt, als sich Schülerinnen und Schüler aus den Landkreisen Lüneburg, Wagrowiec und der tschechischen Stadt Sedlcany zu einem Malseminar trafen. Eine Ausstellung zum Thema „deutsche Teilung“ sollte entstehen und wo lässt sich die bedrückende Lebenssituation im deutsch-deutschen Grenzgebiet besser vermitteln, als an einem authentischen Ort im ehemaligen Sperrgebiet mit teilweise erhaltenen Grenzanlagen.

 

Beim Hoffest auf dem Hof Konau 11 am 9. Oktober vom 11 bis 17 Uhr, werden die im Workshop entstandenen Werke ausgestellt, sowie im Rahmen einer Wanderausstellung in den Räumen der KulturBäckerei Lüneburg vom 7. bis 10. November, im Gymnasium Johanneum sowie in der Wilhelm-Raabe-Schule.

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